The Spanish Society of Gynaecology and Obstetrics (SEGO) has published in 2025 a full revision of the national cervical cancer screening protocol. This update marks a paradigm shift: the HPV (human papillomavirus) test becomes the primary screening method from age 25, replacing conventional cytology as the first-line approach.
Warum ändert sich das Protokoll?
Das reine Zytologie-Screening hat Einschränkungen in der Sensitivität bei der Erkennung hochgradiger Läsionen gezeigt. Im letzten Jahrzehnt gesammelte Erkenntnisse zeigen, dass der Nachweis von Hochrisiko-HPV als Primärtest eine höhere Sensitivität bietet, längere Nachsorgeintervalle bei Frauen mit negativem Ergebnis ermöglicht und die Anzahl unnötiger Tests reduziert.
Der neue SEGO-Konsens 2025 integriert diese Erkenntnisse in einen nach Alter und Ergebnis strukturierten Algorithmus mit klaren Pfaden entsprechend dem Risikoprofil jeder Patientin.
Wichtige Änderungen im Konsens 2025
- Screening beginnt mit 25 Jahren mit dem Hochrisiko-HPV-Test als Primärtest. Vor dem 25. Lebensjahr wird ein systematisches Screening nicht empfohlen, es sei denn, es liegt eine spezifische klinische Indikation vor.
- 5-Jahres-Intervall zwischen Tests bei Frauen mit negativem HPV-Ergebnis, verglichen mit dem bisherigen 3-Jahres-Intervall bei der Zytologie.
- Co-Testing (HPV + Zytologie) als Option in bestimmten klinischen Kontexten oder ab dem 30. Lebensjahr, je nach Verfügbarkeit und fachärztlicher Einschätzung.
- Genotypisierungs-Triage für HPV 16 und 18 bei positiven Fällen aufgrund ihres höheren onkogenen Potenzials, um die Überweisung zur Kolposkopie zu priorisieren.
- Neudefinition der Risikogruppen: Das Protokoll stratifiziert Patientinnen in Standard-, mittleres und hohes Risiko mit differenzierten Nachsorgepfaden.
- Einbeziehung der HPV-Impfhistorie als modulierender Faktor für das Screening-Intervall bei korrekt geimpften Frauen.
Behandlungsalgorithmus nach Ergebnis
Das neue Protokoll legt klare Handlungspfade basierend auf dem Ergebnis des primären HPV-Tests fest:
- HPV negativ: Wiederholung des Tests in 5 Jahren. Kein zusätzlicher Test erforderlich.
- HPV positiv für HPV16/18: direkte Überweisung zur Kolposkopie, unabhängig vom Zytologieergebnis.
- HPV positiv für andere Genotypen mit normaler Zytologie: Wiederholung des Tests in 12 Monaten.
- HPV positiv mit abnormaler Zytologie (ASC-US oder höher): Überweisung zur Kolposkopie.
Ende des Screenings
Das Protokoll legt fest, dass das Screening bei Frauen mit angemessener Vorgeschichte des Screenings und negativen Ergebnissen in den letzten 10 Jahren im Alter von 65 Jahren beendet werden kann. Frauen ohne Screening-Vorgeschichte oder mit unvollständiger Vorgeschichte wird empfohlen, fortzufahren, bis ausreichend negative Ergebnisse vorliegen.
Frauen, die aufgrund einer gutartigen Erkrankung eine Hysterektomie hatten und keine Vorgeschichte hochgradiger Läsionen aufweisen, können das Screening dauerhaft beenden.
Erwartete Auswirkungen auf die klinische Praxis
Die Umsetzung des neuen Protokolls wird zunächst die Nachfrage nach HPV-Tests und Kolposkopien erhöhen, insbesondere in der Altersgruppe 25–35 Jahre. Mittelfristig wird jedoch eine deutliche Reduktion der jährlichen Zytologien und unnötiger diagnostischer Verfahren bei Frauen mit niedrigem Risiko erwartet.
HPV-Impfung und Screening: Ändert sich etwas?
Geimpfte Frauen benötigen weiterhin ein Screening, da aktuelle Impfstoffe nicht alle onkogenen Genotypen abdecken und Infektionen, die vor der Impfung erworben wurden, nicht beseitigen. Das neue Protokoll erlaubt jedoch etwas längere Intervalle für Frauen mit vollständigem und dokumentiertem Impfschema, insbesondere für jene, die vor dem ersten sexuellen Kontakt geimpft wurden.

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